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Montag, Dezember 5, 2022
PanoramaSydney: Die Stadt der Inklusion / Eine Entdeckungsreise durch die LGBTQIA+-Geschichte mit wichtigen Daten, Ereignissen und Orten

Sydney: Die Stadt der Inklusion / Eine Entdeckungsreise durch die LGBTQIA+-Geschichte mit wichtigen Daten, Ereignissen und Orten

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Sydney, Australien (ots) –

Der bevorstehende Sydney WorldPride markiert nicht nur einen wichtigen Termin in Australien, sondern in der weltweiten LGBTQIA+-Geschichte. Er macht Sydney zur Stadt der Inklusion: 50. Jahrestag der ersten australischen Gay Pride Week, 45. Jahrestag des ersten Sydney Gay & Lesbian Mardi Gras und 5. Jahrestag der gleichgeschlechtlichen Ehe in Australien.

Australien sagt „Ja“ zur gleichgeschlechtlichen Ehe

Am 15. November 2017 wurde nach einer dreimonatigen Abstimmungsphase per Postumfrage klar, dass die australische Öffentlichkeit für die gleichgeschlechtliche Ehe gestimmt hatte. Obwohl die offizielle Legalisierung erst am 9. Dezember folgte, wurde der Tag der Bekanntgabe mit Feierlichkeiten in ganz Sydney begangen, einschließlich einer improvisierten Parade auf der Oxford Street.

Tausende versammelten sich im Prince Alfred Park in Surry Hills, der ein besonderer Ort geworden ist. Noch heute kann man über den Regenbogenpfad auf dem Rasen spazieren, der 2019 zum Gedenken an diesen Moment in Equality Green umbenannt wurde. Zur Feier des Tages malte der Straßenkünstler Scottie Marsh ein Wandgemälde von Ex-Premierminister (und Verfechter der gleichgeschlechtlichen Ehe) Tony Abbott, der sich im nahe gelegenen Redfern an der Ecke Pitt und Redfern Street trauen ließ. Noch heute kann das Gebäude fotografiert werden.

Der erste Mardi Gras

Es begann mit einem Lastwagen, aus dessen Boxen Ode to a Gym Teacher und Glad to be Gay schmetterten, gefolgt von einer wachsenden Gruppe von Menschen der LGBTQIA+ Community, die tanzten und riefen: „Raus aus den Bars und auf die Straße!

In Erinnerung an die Stonewall Riots von 1969 zogen LGBTQIA+ Sydneysider (so heißen die Einwohner*innen von Sydney) in der Nacht des 24. Juni 1978 die Oxford Street hinunter. Als sie die Innenstadt erreichten, beschlagnahmte die Polizei von Darlinghurst den Lastwagen. Zweitausend Menschen marschierten in Richtung Kings Cross, dem ersten LGBTQIA+-freundlichen Gebiet in Australien, und wurden von der Polizei brutal angegriffen. Dreiundfünfzig Menschen wurden im Laufe der Nacht verhaftet. Daraufhin fand ein jährlicher Mardi Gras-Marsch statt, um Gleichberechtigung zu fordern.

Später wurde die Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras Parade in den wärmeren März verlegt. Heute ist sie eine der berühmtesten Veranstaltungen in Sydney, an der 2019 schätzungsweise 500.000 Menschen teilgenommen hatten, um den Stolz und den Fortschritt von LGBTQIA+ zu feiern. Die Parade während des Sydney WorldPride 2023 soll die bisher größte und farbenprächtigste werden, mit über 200 Festwagen und vielen kostenlosen Plätzen für Zuschauende entlang der Oxford Street sowie Premium-Plätzen.

Die „Geburt“ der Oxford Street

Obwohl Homosexualität in New South Wales erst 1984 entkriminalisiert wurde, gab es in der Oxford Street in Sydney mit Ivy’s Birdcage und Capriccio’s bereits seit 1969 Schwulenclubs. In den 70er und 80er Jahren gehörten diese Lokale zu den wenigen in Australien, in denen die LGBTQIA+-Gemeinschaft sie selbst sein konnte. Sie waren meist im Besitz von Dawn O’Donnell, die sich selbst als lesbisch identifizierte und ihre Clubs durch ruchlose Verbindungen betreiben konnte.

Die Oxford Street und Darlinghurst sind nach wie vor ein Ort des Stolzes und das Herz der queeren Gemeinschaft in Sydney. Unzählige Clubs sind im Laufe der Jahrzehnte gekommen und gegangen, aber die „Goldene Meile“, benannt nach ihrem Glitzer und Glamour, blieb so lebendig wie eh und je. Tanzen Sie eine Nacht lang in kultigen LGBTQIA+-Clubs wie dem Universal Sydney, dem Stonewall Hotel oder im unterirdischen Disco-Bunker des Palms. Sehen Sie sich eine Drag-Produktion im Oxford Hotel an, genießen Sie die Sonne auf der kürzlich renovierten Dachterrasse des Colombian oder besuchen Sie die sonntäglichen Sessions im Beresford Hotel, das von allen nur „das Bero“ genannt wird.

Tagsüber können Sie Community-Treffpunkte wie den Bookshop Darlinghurst besuchen, der seit über 40 Jahren eine Fülle von LGBTQIA+-Literatur und -Produkten anbietet oder das House of Priscilla, den One-Stop-Shop für alles, was mit Drag zu tun hat. Erfahren Sie bei einem Rundgang auf eigene Faust mehr über die Geschichte des Viertels oder begeben Sie sich mit den Sisters of Perpetual Indulgence, einer Gruppe verrückter „Nonnen“ und queerer Historiker, auf eine Reise durch geschichtsträchtige Straßen.

Australiens erster Mainstream-LGBTQIA+-Film

„The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ war zwar nicht der erste australische Film über Menschen der LGBTQIA+ Community – das war „The Set“ von 1970 – aber dafür der wohl kultigste und beliebteste Film. Außerdem ist er ein fantastischer Einstieg, wenn Sie noch nie das australische Outback besucht haben.

Der Film aus dem Jahr 1994 mit Hugo Weaving und Guy Pearce in den Hauptrollen erzählt die Geschichte dreier Dragqueens aus Sydney, die auf dem Weg nach Alice Springs sind. Drehort war größtenteils die Minenstadt Broken Hill im Outback. In Anlehnung an den Film findet dort jedes Jahr im September das Broken Heel Festival statt, bei dem australische Drag-Bekanntheiten für vier Tage in die Wüste strömen, um nonstop aufzutreten. Die Stadt hat das ganze Jahr über eine blühende Drag-Szene. Übernachten Sie in der Priscilla-Suite im Palace Hotel (die auch im Film vorkam) und besuchen Sie einen Drag-Bingo-Abend oder eine Karaoke-Nacht. Und in Sydneys Inner West, dem zweiten Herzen der LGBTQIA+-Kultur, zollt das Imperial Hotel mit seinen Drag N‘ Dine-Aufführungen der Eröffnungsszene des Films Tribut, die in dessen Bar gedreht wurde.

Die Sydney WorldPride 2023 findet 17 Tage, vom 17. Februar bis zum 5. März 2023 statt, und umfasst den Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras.

WorldPride ist eine von InterPride organisierte globale Veranstaltung, die alle zwei bis drei Jahre an eine andere Stadt vergeben wird. Verschiedene Städte bewerben sich, wie bei den Olympischen Spielen, für die Ausrichtung der Veranstaltung und bieten ein umfassendes Kunst-, Kultur-, und Festivalprogramm an, welche die weltweite LGBTQIA+ Community ansprechen soll. Zum ersten Mal fand WorldPride im Juli 2000 in Rom statt, gefolgt von Jerusalem (2006), London (2012), Toronto (2014), Madrid (2017), New York (2019) und Kopenhagen und Malmö (2021). Seit der ersten Austragung im Jahr 2000 hat sich der WorldPride zur weltweit größten LGBTQIA+ Veranstaltung entwickelt.

Sydney wird die erste Stadt der südlichen Hemisphäre sein, die den WorldPride im Jahr 2023 ausrichtet. Vom 17. Februar bis zum 5. März 2023 bietet Sydney WorldPride ein spannendes Programm mit mehr als 300 Veranstaltungen, welche die LGBTQIA+ Community feiern. Auch Australiens berühmtestes Pride-Festival – Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras – wird in den Sydney WorldPride integriert. Zudem fällt Sydney WorldPride mit dem 50. Jahrestag der allerersten australischen Gay Pride Week und dem 5. Jahrestag der Gleichberechtigung der Ehe in Australien zusammen.

Destination NSW ist ein wichtiger Partner der Sydney WorldPride, welche in Zusammenarbeit das Werbeprogramm für die Veranstaltung sowohl im Inland als auch international bereitstellen.

Pressekontakt:

Oliver Fischer, Luisa Schmidtke, Stefanie Reichardt & Saskia Strobl
Finn Partners Deutschland
+49 89 894085 15
DNSW-DE@finnpartners.com

Original-Content von: Sydney WorldPride, übermittelt durch news aktuell

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