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Mittwoch, Dezember 7, 2022
Panoramaforsa-Studie im Umfeld der COP 27: Die Mehrheit der Deutschen kennt ihren CO2-Fußabdruck nicht, würde das aber gern

forsa-Studie im Umfeld der COP 27: Die Mehrheit der Deutschen kennt ihren CO2-Fußabdruck nicht, würde das aber gern

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Hamburg (ots) –

Wie werde ich klimapositiv und warum?

Der Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Ägypten, die COP 27*, prägt zurzeit unsere Nachrichten. Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto mehr werden wir allerdings auch von den Zahlen und Begriffen überwältigt, die dort kursieren. Von „Klimaneutralität“, „Net Zero“ und „Klimapositivität“ beispielsweise hat wohl jeder und jede von uns schon gehört und eine grobe Vorstellung, was darunter zu verstehen ist. Doch was bedeutet das genau und speziell für mich? Das fragen sich viele. Auch kennt kaum jemand den eigenen CO2-Fußabdruck – noch so ein Buzzword -, obwohl man ihn schon ganz gern wüsste, wie eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Klimaschutzgenossenschaft The Generation Forest zeigt.

Rund zwei Drittel (66%) der Deutschen achten nach eigenen Angaben stark oder sehr stark darauf, so wenig CO2 zu verursachen wie möglich. Vor allem auf die 18- bis 29-Jährigen trifft das zu (72%). Doch lediglich eine Minderheit (11%) weiß, wie viele Tonnen Treibhausgas-Ausstoß sie selbst pro Jahr durch ihren Lebenswandel verursachen. Indes ist das Interesse am persönlichen CO2-Fußabdruck groß: Zwei Drittel derjenigen (66%), die unsicher sind, wie viel sie jährlich in die Atmosphäre pusten, geben an, die Höhe ihrer Emissionen gern kennen zu wollen, vor allem wieder die 18- bis 29-Jährigen (77%). Das sind Ergebnisse der forsa-Umfrage auf Initiative von The Generation Forest, für die im Vorfeld des Weltklimagipfels insgesamt 2.019 Deutsche ab 18 Jahren befragt wurden.

Pro Jahr „zwei Elefanten“

„Der deutsche Ausstoß an Treibhausgasen pro Person liegt, wenn man den Export und den Import von Gütern berücksichtigt, laut Umweltbundesamt derzeit im Durchschnitt bei rund elf Tonnen“, sagt Oliver Jacobs, Geschäftsleiter von The Generation Forest. „Das sind mehr als 60 Prozent über dem Weltdurchschnitt und entspricht dem Gewicht von zwei ausgewachsenen afrikanischen Elefanten.“ In den Werten des Umweltbundesamtes sind neben Kohlendioxid auch die Treibhausgase Methan und Lachgas enthalten, die in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet werden. „Diese Pro-Kopf-CO2-Bilanz ist ein grober Durchschnittswert“, betont Jacobs. „Für wie viele Tonnen Treibhausgase jede und jeder Einzelne tatsächlich verantwortlich ist, kommt sehr auf die individuelle Lebensweise an.“

Zu berücksichtigen sind neben Bekanntem, wie Heizen und Stromverbrauch, auch Mobilität, Ernährung und sonstiger Konsum. Beispiel: Allein bei der Ernährung produziert der oder die Durchschnittsdeutsche rund 1,7 Tonnen CO2 im Jahr. Ist er oder sie Single, lebt die Person im Schnitt in einer 68-Quadratmeter-Wohnung und heizt mit Erdgas, aus der Steckdose kommt konventioneller Strom. Das produziert weitere 3,7 Tonnen. Hilfreich für die Ermittlung der persönlichen Werte sind CO2-Rechner wie hier: https://thegenerationforest.co2-rechner.de/de_DE/. Jacobs: „Innerhalb Deutschlands zeigt sich eine große Spannbreite. Während die klimafreundlichsten zehn Prozent der Bevölkerung mit durchschnittlich sieben Tonnen CO2 auskommen und damit 40 Prozent unter dem Durchschnittswert liegen, ist der Wert für die zehn Prozent der Bevölkerung mit dem höchsten CO2-Fußabdruck mit 18 Tonnen mehr als doppelt so groß.“

Klimaneutralität versus Klimapositivität

Doch auch „sparsame“ sieben Tonnen sind zu viel, um den Klimawandel aufzuhalten. Naturverträglich wäre der Wissenschaft zufolge ein weltweiter Pro-Kopf-Ausstoß von unter einer Tonne CO2. Doch wie soll das möglich sein, wenn Infrastruktur, öffentliche oder private Verkehrsmittel, Lebensmittel, Wärmeenergie etc. genutzt werden müssen? „Das gelingt nur durch Kompensation“, so Jacobs. „Mit ihrer Hilfe kann man klimaneutral oder sogar klimapositiv werden.“

Was heißt das jetzt? Der Reihe nach: Von Klimaneutralität spricht man, wenn ein Gleichgewicht aus verursachten CO2-Emissionen auf der einen Seite und vermiedenen Emissionen auf der anderen Seite erreicht wird. Einfach ausgedrückt wird Klimaneutralität erreicht, wenn der eigene CO2-Fußabdruck ausgeglichen wird. Dann beeinflusst man unser Klima weder positiv noch negativ. Ganz ähnlich wird der Begriff „Net Zero“ verwendet: Er bedeutet laut Weltklimarat IPCC (International Panel on Climate Change), dass alle vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen so weit wie möglich auf null reduziert und die verbleibenden Emissionen durch die Natur oder durch (Kohlenstoff-)Abscheidungstechnologien aus der Atmosphäre entfernt werden.

„Klimapositiv wird das Ganze, wenn man über das Erreichen von Net-Zero-Kohlenstoffemissionen hinausgeht und einen ökologischen Mehrwert schafft, indem man der Atmosphäre zusätzliches CO2 entzieht“, so Jacobs. „Diese Überkompensation wirkt sich positiv auf das Klima aus, mit anderen Worten: Klimapositiv ist gleich CO2-negativ.“

„Kompensation“ ist für die meisten unverständlich

Kompensation ist also das Schlüsselwort. Doch auch damit können viele nichts anfangen, wie forsa ermittelte: Danach fühlt sich die Mehrheit der Deutschen (63%) weniger gut oder überhaupt nicht gut darüber informiert. „Im Grunde geht es bei der Kompensation hin zur Klimaneutralität oder Klimapositivität darum, sich in Projekten zu engagieren, die helfen, das Klima ins alte Gleichgewicht zurückzubringen“, erklärt Oliver Jacobs. „Solche Projekte können Technologien sein, die CO2 aus der Luft ziehen und einlagern, oder naturbasierte Lösungen, wie das Konzept von The Generation Forest.“

The Generation Forest als Beispiel für eine praxiserprobte naturbasierte Lösung

Die Genossenschaft pflanzt permanente Generationenwälder im tropischen Panama: widerstandsfähige Ökosysteme statt einzelner Bäume oder Monokulturplantagen. „Wir glauben, dass wir dem Klimawandel nur effektiv entgegenwirken können, wenn wir mehr zurückgeben, als wir genommen haben, sprich mehr kompensieren als wir verursachen und Zerstörtes wieder aufbauen“, sagt Jacobs. Für jeden Mitgliedsanteil kauft die Organisation 500 m2 Land und bepflanzt es. Nach Messungen der unabhängigen internationalen Prüfstelle VERRA kann damit jedes Jahr eine Tonne CO2 kompensiert werden. Mit sieben Anteilen lässt sich also die jährliche CO2-Emission einer „sparsamen“ Person neutralisieren.

Die nachhaltige Bewirtschaftung und die Vermarktung von fairem FSC-zertifizierten Tropenholz verschaffen den Wäldern der Genossenschaft darüber hinaus einen ökonomischen Wert und machen sie dadurch wettbewerbsfähig gegenüber der Viehzucht, die Wälder lieber rodet, um Weideflächen zu schaffen. Den Mischwäldern von The Generation Forest wird nur vereinzelt Holz entnommen, sodass sie über Generationen erhalten bleiben. Lücken werden mit neuen Setzlingen geschlossen. Die mittlerweile über 6.000 Mitglieder der Genossenschaft konnten bereits fast 1.500 Hektar Land erwerben, die Schritt für Schritt aufgeforstet werden – allein in 2022 mehr als 550 Hektar. Erwirtschaftete Gewinne werden langfristig als grüne Rendite an die Mitglieder ausgezahlt.

„Ökonomie und Ökologie müssen zueinander im Einklang stehen, damit der Kraftakt gelingt und wir mehr CO2-Emissionen kompensieren als verursacht werden“, fasst Jacobs zusammen. „Damit schaffen wir die Trendwende hin zu einer gesunden Zukunft – für uns und nachfolgende Generationen.“

*COP steht für „Conference of the Parties“, also die Konferenz der Parteien – gemeint sind jene Staaten, die die sogenannte Klima-Rahmenkonvention unterschrieben haben. Die erste COP fand 1995 in Berlin statt. Angela Merkel war damals die deutsche Verhandlungsführerin, als Umweltministerin unter Kanzler Helmut Kohl.

Mehr zu The Generation Forest findet sich hier: https://thegenerationforest.com/

Pressekontakt:

The Generation Forest
Rüdiger Stettinski
T +49 43 09 32 513
M +49 171 54 93 783
E rstettinski@thegenerationforest.com
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